Sowohl die Unternehmensberater-, als auch die Personalberaterbranche haben eine beeindruckende Marktentwicklung vorzuweisen. Von wenigen Jahren abgesehen, verzeichnete die Consultingwirtschaft in Deutschland kräftige Wachstumsraten. Immer schnellere Veränderungsintervalle – häufig durch technologische Entwicklungsschübe bedingt – verlangen von Unternehmen sowie Verwaltungen eine ständige, hohe Anpassungsbereitschaft. Gleichzeitig ist auch die Consultingbranche selbst von Veränderungen betroffen. Aktuelle Marktzahlen und Trendaussagen finden Sie in unseren beiden zentralen Branchenstudien.

Der Markt der Unternehmensberater

Die deutsche Consultingbranche blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück. Auch für das angelaufene Jahr 2016 sind die Unternehmensberater optimistisch. Der Gesamtumsatz ist 2015 auf das neue Allzeithoch von 27,0 Milliarden Euro gestiegen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von sieben Prozent. Für 2016 wird eine Umsatzsteigerung von 7,5 Prozent im Gesamtmarkt erwartet. Als Treiber der Branchenkonjunktur wirkt die digitale Transformation, durch die alle Geschäftsmodelle der Firmen auf den Prüfstand kommen. Die Unternehmensberater unterstützen ihre Klienten dabei, die notwendigen Anpassungen durchzuführen sowie die neuen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Dabei unterziehen sich die Consultingfirmen selbst einem kräftigen Wandel. 

Und: Diese Entwicklung soll nach Einschätzung der Marktteilnehmer weitergehen. 84 Prozent erwarten, dass sich Beratungs-Portfolio, Geschäftsmodelle und Prozesse der Beratungsunternehmen im Zuge der Digitalisierung in den kommenden Jahren stark ändern werden. 79 Prozent können sich weiterhin vorstellen, dass dabei in enger Zusammenarbeit mit etablierten Software-Anbietern neue Lösungsanbieter bei den Themen „Daten, Analyse, Business Intelligence und Cloud“ entstehen. Diese Entwicklung hat einen erheblichen Einfluss auf die Recruiting-Anstrengungen der Consultingfirmen. Knapp drei Viertel der Marktteilnehmer bekräftigen in der Marktstudie, dass der Kampf um die digitalen Beratertalente in vollem Gange ist. Bei den großen Unternehmensberatungen, die für den größten 

Teil der jährlichen Neueinstellungen sorgen, sind es sogar 92 Prozent. Auch insgesamt bleiben die Jobaussichten in der Consultingbranche gut. Sowohl große als auch mittelgroße Unternehmensberatungen wollen sowohl berufserfahrene Senior-Consultants als auch Absolventen frisch von den Hochschulen als Junior-Consultants einstellen.

70 Prozent der Marktteilnehmer haben für das angelaufene Jahr 2016 eine positive Wachstumsprognose abgegeben. Lediglich jede zehnte Consultingfirma bewertet die eigene Geschäftsentwicklung skeptisch. Besonders kräftige Impulse erwarten die Unternehmensberater aus der Chemie- und Pharmabranche (Wachstumsprognose für 2016: + 8,9 %) und von den Kreditinstituten (Wachstumsprognose für 2016: + 8,6 %). Die deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen befinden sich in einem schleichenden Strukturwandel. Vor allem der Ausbau der Innovationskraft muss aufgrund starker Wettbewerber aus den USA und zunehmend aus China dringend gestemmt werden. Bei den Finanzinstituten sorgt maßgeblich die Digitalisierung für einen starken Umbruch. Sie zwingt die gesamte Branche zu neuen Geschäftsmodellen, Kooperationen, Prozessänderungen sowie Anpassungen in der IT-Struktur. Nach Einschätzung der Teilnehmer sollen besonders die Beratungssegmente Business Development & Innovation (+ 7,6 %), Changemanagement (+ 8,5 %) und IT-Anwendungen & Infrastruktur (+ 8,2 %) bei den Klienten hoch im Kurs stehen. Diese Beratungsleistungen spielen bei der digitalen Transformation in den Firmen eine tragende Rolle.

Recht in der Unternehmensberatung

Die Unternehmensberatung ist in Deutschland schon immer ein rein marktregulierter Beruf. Das heißt, die Tätigkeit kann ohne staatliche oder behördliche Zulassung ausgeübt werden. Auch die Honorare unterliegen keiner Gebührenordnung, sondern sind frei verhandelbar. Daher gelten für Unternehmensberater grundsätzlich dieselben rechtlichen Rahmen wie für andere Unternehmen auch, etwa das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Bezug auf das Zustandekommen von Verträgen. Wird in Bereichen beraten, die auch rechtliche Aspekte berühren sind natürlich das Rechtsdienstleistungsgesetz (z.B. § 5 RDG) zu beachten; Ist das Mandat aus der Restrukturierungs- und Insolvenzberatung sind die Vorschriften der Insolvenzordnung relevant (z.B. § 270 b InsO). Berater, deren Klienten aus dem Bereich „Public“ stammen, sollten mit dem Vergaberecht vertraut sein. Auch unsere Studien sind Grundlagen für Gerichte, wenn die Vergütung einer Beratungsleistung bewertet werden muss.

Der Markt der Personalberater

Der Branchenumsatz der Personalberatungsbranche in Deutschland ist 2015 um 6,8 Prozent auf 1,80 Milliarden Euro gestiegen (2014: 1,7 Mrd. Euro) und hat damit ein neues Allzeithoch erreicht. Für 2016 erwarten die Personalberater ein Umsatzplus von rund 8,4 Prozent. Wir schätzen die Anzahl der in Deutschland tätigen Personalberatungen auf rund 2.000 Unternehmen mit ca. 6.600 Beratern. Insgesamt sind etwas mehr als 13.000 Mitarbeiter in der Personalberatungsbranche beschäftigt. Fach- und Führungskräfte, die sich mit moderner, 

aktueller IT-Technik auskennen, sind zurzeit bei den Unternehmen heiß begehrt. Diese Nachfrage wird sich in den kommenden Jahren noch erheblich verstärken, da sie in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung für den notwendigen digitalen Wandel sorgen sollen. 90 Prozent der Marktteilnehmer über alle Größenklassen hinweg unterstützen hierin die These, dass Führungskräfte heute und noch viel mehr künftig ohne vertiefende Kenntnisse der jeweils aktuellen IT- und Kommunikationstechnik kaum noch Platzierungschancen besitzen.

Recht in der Personalberatung

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Personalgewinnung durch Dritte in Deutschland gesetzlich reguliert. Die Personalberatung – als Beratung eines Auftraggebers bei der Suche, Auswahl und Gewinnung von Fach- und Führungskräften – wurde durch unser Mitwirken stark liberalisiert und ist seit den 60er/70er Jahren partiell und seit Anfang diesen Jahrhunderts insgesamt frei von staatlichen Zulassungen. Insbesondere bestehen keine gesetzlichen Vorgaben zur Honorarhöhe. Personalberatungen müssen allerdings die Rechtsprechung zum Wettbewerbsrecht (UWG; Zulässigkeit der Direktansprache von Arbeitnehmern) sowie des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG; Beachtung der Kriterien, zum Beispiel „Geschlecht“) beachten. Auch die Regelungen des Beschäftigtendatenschutzes (Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind wichtig.

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