Der Consultantberuf ist einer der Berufe mit der größten Bandbreite und den vielfältigsten Konstellationen. Spezialisierungen gibt es beispielsweise in den Bereichen: Strategieberatung, Organisationsberatung, Prozessberatung, Gründungsberatung, Nachfolgeberatung oder Sanierungsberatung. Über 219.000 Menschen sind in Deutschland in Beratungsunternehmen beschäftigt. Tendenz steigend, denn Consulting ist weiterhin eine Wachstumsbranche: In einer ständig komplexer, aber auch schneller werdenden Welt, ist die Notwendigkeit und das Bedürfnis nach neutralem, fachlich versiertem Rat von außen wichtiger denn je.

 

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Themenübersicht

 

1 Wie tickt die Generation der Nachwuchs-Consultants?

2 Struktur der Teilnehmenden

3 Berufseinstieg ins Consulting

4 Arbeitszeit & Vergütung

 

5 Mobilität & Arbeitsorte

6 Rahmenbedingungen und Benefits

7 Nachhaltigkeit

8 Einschätzungen zur Virtualisierung

 

 

Wie tickt die Generation der Nachwuchs-Consultants?

 

Eine wichtige Voraussetzung für die Fortsetzung des Wachstums der Consultingwirtschaft ist es, genügend qualifizierte Nachwuchskräfte für das spannende Berufsfeld des Beraters zu gewinnen. Nicht zuletzt durch die Eröffnung weitreichender Möglichkeiten zum ortsunabhängigen Arbeiten stehen Beratungsunternehmen mehr denn je im Wettbewerb mit Start-Ups, Industrie- und Wirtschaftsunternehmen. Umso wichtiger ist es, zu hinterfragen und zu verstehen, wie die Generation des Beratungsnachwuchses tickt. 

 

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen e.V. hat im November 2021 eine Befragung bewusst unter consultingnahen Studierenden durchgeführt und unter anderem abgefragt, was sie als angehende Consultants von einem Beratungsunternehmen als Arbeitgeber erwarten.

 

Kooperationspartner waren die Dachverbände studentischer Unternehmensberatungen, BDSU und JCNetwork. Insgesamt haben sich 151 Studierende an der Befragung beteiligt.

 

Eine derartige Befragung hatte der BDU bereits 2015, 2017 und 2019 durchgeführt, sodass Entwicklungstendenzen erkennbar sind.

 

 

Struktur der Teilnehmenden:

Berufseinstieg ins Consulting

 

Motivatoren für den Berufseinstieg im ConsultingPraktische Erfahrungen in der Unternehmensberatung

 

Abwechslungsreiche Arbeit in wechselnden Projektteams (77%) 

 

 

Möglichkeit, Veränderungen zu bewirken und zu begleiten (54%)

 

 

Hohe Anforderungen an die eigene Leistung (50%)

 

 

Möglichkeit, Innovationen voranzutreiben (46%)

 

 

Überdurchschnittliches Einstiegsgehalt im Vergleich zu anderen Branchen (46%)

 

 

 

Einen Berufseinstieg im Consulting können sich von den Teilnehmenden 97% vorstellen.

 

72% können sich einen Berufseinstieg im Consulting unabhängig von der Unternehmensgröße vorstellen. 19% würden nur in einem großen und 6% ausschließlich in einem kleinen oder mittleren Beratungsunternehmen einsteigen wollen.

 

35% betrachten einen Einstieg ins Consulting als Karrieresprungbrett in andere Branchen.

Arbeitszeit und Vergütung

 

Annahmen zur Arbeitszeit in Bezug auf die Unternehmensgröße:


In kleinen & mittleren Beratungen sind weniger Stunden erwartet

Die Schere zwischen erwarteten und tatsächlich in der Branche üblichen Einstiegsgehältern geht verstärkt auseinander

 

Fast jeder Zehnte erwartetet ein Einstiegsgehalt, das dem durchschnittlichen Bruttofestgehalt auf Senior Level entspricht

Quelle: BDU-Vergütungsstudie

Hier alle Informationen zum Gehalt in der Unternehmensberatung

 

 

 

Weiterbildungsangebote sind die mit Abstand wichtigsten Gehaltsnebenleistungen

 

Zuschüsse zu (privaten) Weiter-/Zusatzausbildungen, z.B. MBA (94%)

 

 

 

Mobilitätsangebote (88%)

 

 

 

Betriebliche Altersvorsorge, z.B. Direktversicherung, Pensionskasse (70%)

 

 

 

Zuschüsse zu Betreuungskosten, z.B. für Kinder, pflegebedürftige Eltern (68%)

 

 

Kostenfreie Snacks und Getränke (61%)

 

 

Gesundheitsangebote, z.B. Kostenübernahme Fitnessstudio (59%)

Mobilität & Arbeitsorte

 

Der Anteil derer, die international umzugsbereit sind, hat sich im Vergleich von 2019 zu 2021 verdoppelt

 

Thesen

  • Die erlebten Einschränkungen während der Pandemie haben die Einstellung der Studierenden in Bezug auf den Wohnort verändert
  • Eine internationale Umzugsbereitschaft schließt nicht automatisch eine bundesweite Bereitschaft ein
  • Auslandserfahrungen werden von Studierenden als besonders reizvoll empfunden

 

Auch die Aussicht auf ein Sabbatical wird im Vergleich zu 2019 wieder wichtiger beurteilt

 

 

Thesen

  • Die coronabedingt erlebten Einschränkungen in Bezug auf Reisen, Semester oder Praktika im Ausland schüren die Abenteuerlust
  • Eine längere Freistellung ist auch zur Umsetzung  persönlicher Vorhaben attraktiv

Die Attraktivität des Unternehmensstandorts wird besonders von Erreichbarkeit und Verpflegungsmöglichkeiten beeinflusst

Das eigene Unternehmensoffice und die Gegebenheiten bei Kunden vor Ort werden als Arbeitsorte bevorzugt

 

Anzahl an Wochentagen, die ganz überwiegend in Projekten tätige Consultants in ihrem Unternehmen Post-Corona im Vergleich zu 2019 von den folgenden Orten aus arbeiten werden

 

Thesen:

  • Infolge der Erfahrungen durch die Corona-Pandemie besteht der Wunsch nach mehr Begleitung & Austausch
  • Die räumliche Ausstattung ist im Homeoffice oftmals wenig geeignet (z.B. bei WG-Wohnungen)

 

Die Reisebereitschaft der Studierenden liegt über dem prognostizierten Reiseaufwand von Beratungsunternehmen

 

 

Rahmenbedingungen und Benefits

Die individuelle Weiterentwicklung hat höchste Priorität, wenn es um die Gestaltung der Rahmenbedingungen geht

 

 

Karriereperspektiven und Weiterbildungsangebote sind die wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Arbeitgeberwahl

 

Nachhaltigkeit

 

Studierende erwarten eine hohe Nachhaltigkeitsorientierung, besonders in Bezug auf die ökologische & soziale Dimension

Studierende erwarten sukzessive Anstrengungen zur Erreichung von Klimaneutralität 

Einschätzungen zur Virtualisierung

 

Studierende betrachten die vermehrte Virtualisierung von Beratungsprojekten weniger kritisch als Consultants

 

  • 73% der Studierenden meinen, Beratungsleistungen lassen sich ohne größere Einschränkungen virtuell durchführen,

aber nur

  • 11% der Studierenden finden, dass virtuell aufgebaute Beziehungen genauso vertrauensvoll und belastbar sind wie persönlich entstandene

Ihre Ansprechpartnerin in der BDU-Geschäftsstelle

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zur Studierendenbefragung? Stefanie Reinartz steht Ihnen gerne zur Verfügung.

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