Aktuelle Lage bleibt angespannt, aber Erwartungen deutlich verbessert
Der Anstieg des Index wird maßgeblich von optimistischeren Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate getragen. Viele Personalberatungen blicken wieder zuversichtlicher auf die Marktentwicklung. Gleichzeitig verschlechtert sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage quartalsübergreifend spürbar.
Gesamtwirtschaftliches Umfeld bleibt herausfordernd
Die Stimmung unter den Unternehmen in Deutschland hat sich merklich verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 86,4 Punkte nach 87,6 Punkten Ende 2025. Hauptgrund dafür sind deutlich pessimistischere Erwartungen für die kommenden Monate, während die Einschätzungen zur aktuellen Lage weitgehend unverändert blieben. Gleichzeitig hat die Unsicherheit unter den Unternehmen spürbar zugenommen.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Executive-Search-Branche bislang stabil: Seit dem Tiefpunkt Anfang 2025 hat sich das Geschäftsklima in der Personalberatung schrittweise verbessert. Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen jedoch, dass die Branche weiterhin anfällig für externe Schocks ist. Insbesondere der Krieg im Iran dämpft vorerst die Hoffnung auf einen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung und könnte Investitionsentscheidungen sowie Mandatsvergaben in den kommenden Quartalen belasten.
Geschäftsdynamik zieht an
Parallel zum BDU-Geschäftsklimaindex Personalberatung steigt auch der Geschäftsdynamikindex auf 99,4 Punkte und nähert sich damit der Neutralmarke an. Dies deutet auf eine leichte Belebung der tatsächlichen Marktaktivität hin. Erste neue Mandate werden wieder häufiger initiiert, allerdings bleibt das Niveau insgesamt moderat.
Die Entwicklung zeigt: Der parallele Anstieg von Geschäftsklimaindex und Geschäftsdynamikindex spricht für eine erste Stabilisierung des Marktes.
Große Anbieter klar im Vorteil
Aufgeteilt nach Größenklassen ist auch im ersten Quartal 2026 eine deutliche Spreizung im Markt zu erkennen. Die Top-25-Personalberatungen verzeichnen mit einem Geschäftsklimaindex von 103,1 Punkten (+0,6) weiterhin den höchsten Wert. Auch bei den mittelgroßen Beratungen zeigt sich eine leichte Verbesserung: Bei einem aktuellen Indexwert von 95,4 Punkten (+0,9) dreht ihre Geschäftslage ins Positive, die Umsatzentwicklung bleibt stabil.
Bei kleineren Unternehmen – der aktuelle Indexwert liegt hier bei 89,3 Punkten (+8,3) - bleibt die aktuelle Lage angespannt, ebenso Auftragsbestand und Mandatslage. Gleichzeitig verbessern sich die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr auch in diesem Segment deutlich.
Einzelberatungen und Boutiquen unterhalb von 250.000 Euro Jahresumsatz stehen weiterhin unter starkem Druck und verschlechtern sich leicht auf 79,0 Punkte (-2,7) und bleiben damit das schwächste Segment im Markt.
Insgesamt zeigt sich damit ein klares Bild: Während große und zunehmend auch mittelgroße Beratungen eine stabile bis leicht verbesserte Geschäftsentwicklung verzeichnen, stehen kleinere Anbieter weiterhin unter Druck. Die strukturelle Spreizung innerhalb der Branche bleibt damit auch zu Jahresbeginn 2026 ein prägendes Merkmal.
Ausblick: Entscheidend ist die Umsetzung der Erwartungen
Die Executive-Search-Branche startet mit vorsichtigem Optimismus in das Jahr 2026. Die zentrale Frage für die kommenden Quartale bleibt, ob sich die gestiegenen Erwartungen tatsächlich in eine breitere Mandatsaktivität übersetzen. Erst wenn sich die Belebung nachhaltig in Auftragsbüchern und Projekten widerspiegelt, kann aus der aktuellen Stabilisierung ein echter Aufschwung werden. „Wir sehen aktuell ein typisches Übergangsmuster: Die Erwartungen in der Branche hellen sich auf, während das Tagesgeschäft noch unter Druck steht. Entscheidend wird sein, ob sich diese Zuversicht in den kommenden Monaten in konkrete Mandate übersetzt.“, so Arne Adrian, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung.
Hintergrund zum BDU-Geschäftsklimaindex Personalberatung
Der BDU-Geschäftsklimaindex(GKI) wird seit 2015 quartalsweise erhoben und fasst die Einschätzungen zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen für die kommenden sechs Monate zu einem Gesamtwert zusammen (Basisjahr 2015 = 100). An der aktuellen Geschäftsklimabefragung für das erste Quartal 2026 haben sich insgesamt 137 Personalberaterinnen und Personalberater aus beteiligt, darunter 26 aus den Top-25, 51 aus mittelgroßen Unternehmen und 60 aus kleineren Personalberatungen und Boutiquen.
Ergänzt wird der GKI seit 2025 durch den Geschäftsdynamikindex, der die tatsächliche Marktaktivität abbildet. Er verbindet Lage, Erwartungen und Mandatslage und zeigt damit, wie viel tatsächliche Aktivität im Markt spürbar ist. Zum Vergleich wird regelmäßig auch der ifo-Geschäftsklimaindex herangezogen, einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Entwicklung der deutschen Gesamtwirtschaft.
Über den BDU:
Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. sind aktuell rund 600 Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert. Damit zählt der BDU weltweit zu den drei führenden Wirtschafts- und Berufsverbänden der Consultingwirtschaft.
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