Geschäftsklimaindex Consulting

Der Geschäftsklimaindex im Consulting wird quartalsweise erhoben und gibt einen Einblick in die aktuelle Marktlage und einen Ausblick auf die Stimmung im Markt in den nächsten sechs Monaten. Außerdem wird bei der Befragung zwischen den Beratungsbereichen und den Größenklassen unterschieden, um die Veränderungen in den einzelnen Teilsegmenten sichtbar zu machen. Hier finden Sie einen Auszug der jeweils aktuellen Ergebnisse. 

Q3/2026: Bei verhaltenem Geschäftsklima zeigt die Branche viel Schwung in der operativen KI-Nutzung und arbeitet an der Verbesserung der strategischen KI-Steuerung

Der aktuelle Geschäftsklimaindex (GKI) für den Consultingmarkt, der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) quartalsweise erhoben wird, bleibt im dritten Quartal 2026 mit einem leichten Rückgang um 0,2 Punkte auf 87,7 im bereits bekannten Seitwärtstrend verhaftet (Q2/2026: 87,9). Erstmals seit dem dritten Quartal 2020 liegt der BDU-Geschäftsklimaindex jedoch unter dem ifo-Geschäftsklimaindex, der auf 89,9 Punkte gestiegen ist. Während die aktuelle Geschäftslage von den Beratungen etwas schwächer beurteilt wird, haben sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate aufgehellt. In einer Zusatzbefragung hat der BDU zudem untersucht, wie weit KI bereits vom Tool zum „Betriebssystem“ der Beratungsunternehmen geworden ist. Das Ergebnis: Operativ ist KI bereits breit im Einsatz, bei der gezielten strategischen Steuerung besteht dagegen noch Nachholbedarf.

Zwischen den Beratungsfeldern zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede. Am stärksten entwickelt sich die Sanierungsberatung: Ihr GKI steigt um 7,1 Punkte und erreicht mit 110 den höchsten Wert aller Beratungsfelder. Gleichzeitig hat sich die aktuelle Geschäftslage deutlich verbessert: 59 Prozent der Sanierungsberatungen bewerten sie als über Budget, nach 38 Prozent im Vorquartal. Auch die Strategieberatung (+1,8 Punkte auf 95) und die HR-Beratung (+6,0 Punkte auf 85) legen zu. Rückgänge verzeichnen dagegen die IT-Beratung (-1,8 Punkte auf 88) sowie die Organisations- und Prozessberatung (-2,1 Punkte auf 83). Insgesamt fällt der Ausblick in vier von fünf Beratungsfeldern besser aus als die Einschätzung der aktuellen Lage.

Bei den Unternehmensgrößen stechen die großen Beratungen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz hervor. Ihr Geschäftsklimaindex steigt um 11,2 Punkte auf 99. Gleichzeitig erwarten nur noch fünf Prozent eine Verschlechterung ihrer Geschäfte in den kommenden sechs Monaten, nach 32 Prozent im Vorquartal.

Die höchste Nachfragedynamik verzeichnen die Beratungen derzeit in der Rüstungsindustrie: 88 Prozent der dort aktiven Befragten beurteilen die Nachfrage als sehr gut oder gut. Es folgen die Energie- und Versorgungswirtschaft sowie Non-Profit-Organisationen und öffentliche Institutionen mit jeweils 39 Prozent. Schwach bleibt die Nachfrage insbesondere aus klassischen Industriebranchen: In der Chemie bewerten 16 Prozent die Nachfrage als sehr gut oder gut, im Maschinenbau 14 Prozent und im Fahrzeugbau sieben Prozent.

Sie möchten auch an der Befragung teilnehmen?

Wenn Sie in einer Unternehmensberatung (jede Hierarchieebene) tätig sind, können Sie sich gerne hier in unseren Verteiler für die Befragung des BDU-Geschäftsklimaindex eintragen lassen. 

Ihre Ansprechpartnerin

Madeleine Roscher