Ausschlaggebend für den Rückgang ist vor allem die vorsichtigere Erwartungshaltung der Personalberatungen für die kommenden sechs Monate. Die aktuelle Geschäftslage bleibt zugleich nahezu unverändert negativ. Die Ergebnisse sprechen damit gegen eine kurzfristige Erholung und verweisen erneut auf eine strukturell angespannte Marktlage.
„Die Aufhellung aus dem ersten Quartal hat sich nicht verstetigt. Der Markt bleibt vorerst in einer längeren, von großer Unsicherheit geprägten, Anpassungsphase“, kommentiert BDU-Vizepräsident Wolfram Tröger die aktuellen Ergebnisse.
Schwäche des Marktes hält an
Besonders bemerkenswert ist die Dauer der Schwächephase. Letztmals im zweiten Quartal 2023 bewerteten mehr Marktteilnehmer ihre aktuelle Geschäftslage eher positiv als negativ. Seitdem überwiegen durchgehend die negativen Einschätzungen.
Auch bei der Umsatzentwicklung zeigt sich ein anhaltend schwaches Bild: Seit dem dritten Quartal 2023 gab es kein Quartal mehr, in dem mehr Personalberatungen steigende als rückläufige Umsätze gemeldet haben. Die Daten unterstreichen damit das Bild einer fortgesetzten Konsolidierungs- und Anpassungsphase.
Spreizung im Markt bleibt bestehen
Nach Größenklassen zeigt sich weiterhin ein differenziertes, insgesamt jedoch schwächeres Bild. Die Top-25-Personalberatungen verzeichnen mit einem Geschäftsklimaindex von 91,2 Punkten den höchsten Wert, zugleich allerdings auch den stärksten Rückgang (-11,9). Auch bei den mittelgroßen Beratungen zwischen einer Million bis ca. 7,5 Millionen Jahresumsatz fällt der Index deutlich auf 86,1 Punkte (-9,3).
Besonders kleinere Anbieter bis eine Million Euro Jahresumsatz - der aktuelle Indexwert liegt hier bei 82,6 Punkten (-6,8) - bleiben durch schwache Auftragsbestände und unregelmäßige Mandatszuflüsse in einer angespannten Situation. Einzelberatungen und Boutiquen unterhalb von 250.000 Euro Jahresumsatz verschlechtern sich auf 75,5 Punkte (-3,5) und bleiben damit das schwächste Segment im Markt.
„Die Ergebnisse des zweiten Quartals sprechen gegen eine kurzfristige Erholung. Die Zahlen zeigen, dass sich die erhoffte Belebung bislang nicht nachhaltig in der Mandats- und Umsatzentwicklung niederschlägt. Vor allem kleinere Anbieter stehen unter hohem Anpassungsdruck. Gleichzeitig zeigt sich, dass Größe, Spezialisierung und technologische Kompetenz wichtige Hebel sind, um die aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen und künftige Wachstumschancen zu nutzen“, erklärt Arne Adrian, Vorsitzender des Vorstands im Fachverband Personalberatung des BDU.
Auftragsbestand bleibt größter Belastungsfaktor
Der Auftragsbestand bleibt auch im zweiten Quartal 2026 der zentrale Belastungsfaktor. Er liegt weiterhin deutlich im negativen Bereich und zeigt kaum Anzeichen einer spürbaren Entlastung. Die Mandatsentwicklung verbessert sich gegenüber dem Vorquartal zwar leicht, bleibt jedoch ebenfalls negativ.
Damit fehlt der Branche weiterhin die breite operative Grundlage für eine echte Trendwende. Einzelne Belebungssignale reichen nicht aus, solange sich die Auftragspipeline nicht nachhaltiger füllt.
Geschäftsdynamik gibt ebenfalls nach
Wie der Geschäftsklimaindex gibt auch der Geschäftsdynamikindex im zweiten Quartal 2026 nach und sinkt auf 95,4 Punkte. Mit einem Rückgang um vier Zähler fällt das Minus jedoch moderater aus als beim GKI. Das spricht dafür, dass im Markt weiterhin Aktivität vorhanden ist, diese aber nicht ausreicht, um eine belastbare Erholung zu tragen.
Hintergrund zum BDU-Geschäftsklimaindex Personalberatung
Der BDU-Geschäftsklimaindex(GKI) wird seit 2015 quartalsweise erhoben und fasst die Einschätzungen zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen für die kommenden sechs Monate zu einem Gesamtwert zusammen (Basisjahr 2015 = 100). An der aktuellen Geschäftsklimabefragung für das zweite Quartal 2026 haben sich insgesamt 176 Personalberaterinnen und Personalberater beteiligt.
Ergänzt wird der GKI seit 2025 durch den Geschäftsdynamikindex, der die tatsächliche Marktaktivität abbildet. Er verbindet Lage, Erwartungen und Mandatslage und zeigt damit, wie viel tatsächliche Aktivität im Markt spürbar ist.
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