Das verdient man als Unternehmensberater

 

Die deutsche Consultingbranche blickt auf erfolgreiche Jahre zurück. Allein im Jahr 2018 legte der Branchenumsatz um 7,3 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro zu*. Damit erzielten die Unternehmensberater zum neunten Mal in Folge ein deutliches Umsatzplus. Die Folge ist eine zunehmende Nachfrage nach qualifizierten (Nachwuchs-) Consultants.


Inhaltsverzeichnis

 

1 Durchschnittliche Gehalt Berufseinsteiger

 

2 Einstiegsgehalt als Unternehmensberater

3 Gehalt nach Hierarchieebenen

4 Gehalt Analyst

5 Gehalt (Junior-) Berater

6 Gehalt Senior-Berater

7 Gehalt Manager

8 Gehalt Senior Manager

9 Gehalt Partner


 

Es ist allgemein bekannt, dass Unternehmensberater ein vergleichsweise hohes Gehalt verdienen. Dem stehen jedoch folgende Punkte gegenüber:

 

  • hoher Zeiteinsatz
  • Konkurrenzdruck
  • hohe Anforderungen an Mobilität und Flexibilität
  • sowie ein kontinuierlicher Leistungsdruck

 

Projektarbeit und stetige Veränderungen gehören zum Berufsalltag. Oftmals werden bis zu 70 Arbeitsstunden pro Woche von einem ambitionierten Junior Consultant in seinem Job erwartet.

Die Bandbreite des Unternehmensberater-Gehalts zwischen den einzelnen Hierarchieebenen ist wie in allen Branchen und Berufen enorm groß und variiert häufig zusätzlich nach der Größe des betreffenden Beratungsunternehmens oder dem jeweiligen Unternehmensstandort.

 

Wie hoch ist das durchschnittliche Gehalt von Berufseinsteigern?

Das durchschnittliche Brutto (Grund-) Gehalt eines Berufseinsteigers mit maximal ein bis zwei Jahren Berufserfahrung lag nach BDU-Erhebungen** im Jahr 2017 bei rund € 43.000 p.a., das eines Partners bei ca. € 145.000.

Variable Vergütungsbestandteile sind bei Unternehmensberatern die Regel. Ab der Hierarchiestufe Consultant haben über vier Fünftel der Mitarbeiter erfolgsbezogene Gehaltskomponenten. Der Anteil der Boni am Gesamteinkommen erhöht sich typischer Weise mit steigender Karriereebene. Die Höhe der variablen Einkünfte orientiert sich vor allem an den Messgrößen Unternehmensergebnis, Einsetzbarkeit in Projekten (Chargeability) sowie Honorarumsatz.

Darüber hinaus gewähren Arbeitgeber im Bereich Consulting ihren angestellten Beratern eine Vielzahl an Zusatzleistungen (Fringe Benefits), die ebenfalls in die Gesamtvergütung einbezogen werden müssen. Hierzu zählen:

  • Mobilitätsleistungen wie Dienstwagen, BahnCard oder auch Fahrtkostenzuschüsse
  • Altersvorsorgeleistungen
  • Leistungen wie Essenszuschüsse, Obst & Getränke im Office
  • oder Mitgliedschaften in Sportvereinen bzw. Fitnessstudios

Einstiegsgehalt als Unternehmensberater

Unternehmensberater beziehen in der Regel ein überdurchschnittlich hohes Gehalt, haben dafür aber auch einen enormen Arbeitseinsatz und Leistungsdruck. Mit einer typischen 40-Stunden-Woche kommen Berater in den wenigsten Fällen aus.

Der klassische Einstieg in die Unternehmensberatung erfolgt für Bachelor-Absolventen als Analyst, für Hochschulabsolventen mit Diplom oder Master als (Junior-) Consultant.

Als Analyst sammelt man typischer Weise erste Projekterfahrungen als Projektassistent und erledigt sowohl Projekt- als auch Zuarbeiten bspw.:

  • Researchaufgaben
  • Analyseaufgaben
  • Erstellen von Präsentationen

Als (Junior-) Consultant hingegen übernimmt man häufig bereits eigene Verantwortung für einzelne Jobs bzw. Projektmodule.

Wer es in die Top Management- und IT-Beratungen schafft, kann es bereits beim Einstieg als (Junior-) Consultant auf ein jährliches Gehalt von bis zu € 75.000 brutto inklusive Bonus und Nebenleistungen bringen. Die weiteren Karriere- und damit verbundene Gehaltssprünge folgen hier in der Regel alle zwei bis drei Jahre

Mittelgroße (Ø € 61.000 p.a.) und kleinere Unternehmensberatungen (Ø € 44.000 p.a.) zahlen Berufseinsteigern in der Regel weniger. 

Beim Einstiegsgehalt eines Junior-Beraters ist häufig auch die Praxiserfahrung während des Studiums von Bedeutung. Wer bereits während des Studiums in der Unternehmensberatung tätig oder sogar Teil einer studentischen Unternehmensberatung war, hat bei der Gehaltsverhandlung oftmals bessere Chancen.

 

Durchschnittliche Vergütungshöhen und Aufteilung des Gesamteinkommens nach Hierarchieebenen

Die Bezeichnungen für die verschiedenen Hierarchieebenen und Karrierelevel sind in der Consulting-Branche oftmals sehr unterschiedlich. Zudem gibt es in großen Unternehmensberatungen eine Vielzahl an Karrierestufen, in kleineren hingegen oftmals nur zwei bis drei Level. Somit können die Stellenbezeichnungen je nach Unternehmen abweichenden Hierarchieebenen entsprechen. Es macht also Sinn, sich bei den Durchschnittgehältern in den nachfolgenden Karrierelevels an den jeweiligen (Aufgaben-) Beschreibungen zu orientieren. 

 

 

Gehalt Analyst:

Gesamtvergütung p.a.: Ø € 52.000 (Bruttofestgehalt 83%, Bonus 6%, Fringe Benefits 11%)

 

Typische Kennzeichen: Einstieg für Bachelor-Absolventen in die Beratung und i. d. R. maximal zwei Jahre Verweildauer auf dieser Karrierestufe. Erste Projekterfahrung als Projektassistent. Erledigt sowohl Projekt-, als auch Zuarbeiten (z. B. Research- und Analyseaufgaben, Erstellen von Präsentationen)


 

Gehalt (Junior-) Berater:

Gesamtvergütung p.a.: Ø € 67.000 (Bruttofestgehalt 76%, Bonus 12%, Fringe Benefits 12%)

 

Typische Kennzeichen: Einstiegsposition für Hochschulabsolventen mit Diplom, Master und/oder Promotion. Bringt sich mit seinem Wissen von Anfang an in Projekte ein. Übernahme der Verantwortung für abgegrenzte Projektmodule. Research und Datenanalyse sowie Dokumentation der Analyseergebnisse.


 

Gehalt Senior-Berater:

Gesamtvergütung p.a.: Ø € 88.500 (Bruttofestgehalt 73%, Bonus 13%, Fringe Benefits 14%)

 

Typische Kennzeichen: Hat erste Projektleitungserfahrung (meist kleinere Projekte). Übernimmt die Verantwortung für mehrere Projektmodule. Bringt sich mit kreativen Ideen, analytisch durchdachten und praktikablen Konzepmten ganz wesentlich in Projekte ein. Steht im direkten Austausch mit dem Kunden und sichert die perfekte Kundenkommunikation. Erstellt und beteiligt sich an Kundenpräsentationen. Zum Teil auch verantwortlich für Kunden und Geschäftsentwicklung (Anfertigen von Akquisitionspapieren).


 

Gehalt Manager:

Gesamtvergütung p.a.: Ø € 112.000 (Bruttofestgehalt 71%, Bonus 14%, Fringe Benefits 15%)

 

Typische Kennzeichen: Ist der Dreh- und Angelpunkt eines Projekts und das „Gesicht zum Kunden“. Koordiniert die operative Zusammenarbeit (Projektleitungserfahrung). Strukturiert den Projektablauf, trägt die Verantwortung für das Projektergebnis und das Budget. Hat die operative Teamführung inne und führt Kundenpräsentationen durch. Zum Teil bzw. in Ansätzen auch verantwortlich für Kunden und die Geschäftsentwicklung.


 

Gehalt Senior-Manager:

Gesamtvergütung p.a.: Ø € 152.500 (Bruttofestgehalt 68%, Bonus 17%, Fringe Benefits 15%)

 

Typische Kennzeichen: Ist in der Regel am Umsatz der eigenen Projekte beteiligt. Ist zuständig für die Akquisition und übergeordnete operative Leitung von mehreren Projekten auf Top-Managementebene. Trägt die Verantwortung für einen „Business Case“, d. h. für die Entwicklung eines Beratungsfeldes und/oder einer Industry-Practice. Hat sich als Projektleiter bewährt, trägt intern verstärkt zum Aufbau von Wissen bei und wächst in die Rolle des Mentors für jüngere Berater hinein.


 

Gehalt Partner:

Gesamtvergütung p.a.: Ø € 270.000 (Bruttofestgehalt 53%, Bonus 33%, Fringe Benefits 14%)

 

Typische Kennzeichen: Anteilseigner der Firma im gesellschaftsrechtlichen Sinn und/oder übergeordnete Leitung mehrerer Projekte auf Top-Managementebene und/oder verantwortlich für einen Geschäftsbereich, eine Industry-Practice, die Firma und/oder ein Büro, bzw. Repräsentation dieser nach innen und außen.

 

*Quelle: BDU-Facts & Figures zum Beratermarkt 2019

**Alle in diesem Beitrag genannten Zahlen zu Gehältern in der Unternehmensberatung stammen aus der BDU-Studie „Vergütung in der Unternehmensberatung 2017/2018“

 

 

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