Studienhintergrund

 

Rund 190 Consultingunternehmen aus der gesamten Unternehmensberatungsbranche mit einem Gesamtumsatz von knapp drei Milliarden Euro haben an der Online-Befragung "Honorare im Consulting" im Zeitraum Juli – September 2022 teilgenommen. Die 40-seitige Studie enthält Kennzahlen zur Höhe und Entwicklung der Tagessätze, zur Preisgestaltung sowie zur Abrechnung von Nebenkosten aufgeschlüsselt jeweils nach Unternehmensgröße und Beratungsfelder.

 

Jeweils 7 Prozent der Teilnehmenden kamen aus größeren Unternehmensberatungen mit mehr als 100 Millionen Euro sowie aus der Umsatz-klasse 15 bis 100 Millionen Euro Jahresumsatz. 38 Prozent der Studienteilnehmenden entfallen auf die Größenklasse 2 bis 15 Millionen Euro Jahresumsatz, 48 Prozent auf die Umsatzklasse unter 2 Millionen Euro.

 

Hier erhalten Sie einzelne Auszüge der Studie zusammengefasst

Große Unterschiede der durchschnittlichen Tagessätze je nach Hierarchie-Level


Die Honorare, die den Kunden in der Regel auf Basis eines 8-Stunden-Arbeitstages in Rechnung gestellt werden, steigen kontinuierlich mit jeder Hierarchiestufe. Im Jahr 2022 wurde ein Junior-Consultant mit einem Master-Studienabschluss beispielsweise mit einem durchschnittlichen Tagessatz von 1.350 Euro abgerechnet.

 

Für eine Projektleiterin oder einen Projektleiter auf der Manager-Ebene wurden im Schnitt 1.950 Euro angesetzt. Auf der Hierarchiestufe Geschäftsleitung/Partner etc. hat das Tageshonorar im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 2.550 Euro gelegen.

Hinter den durchschnittlich vereinbarten Honorarhöhen der Consultingfirmen verbirgt sich allerdings naturgemäß eine große Spanne an Tagessätzen. Dabei fließt eine Vielzahl von Einflussfaktoren wie die Komplexität des Beratungsprojektes, Größe der Unternehmensberatung oder der Beratungsschwerpunkt ein.

 

Die hieraus resultierende Bandbreite der Honorare, die für die Hierarchieebene Junior-Consultant in der Regel berechnet werden, reicht beispielsweise von 750 Euro bis 2.200 Euro. Für einen Projektleiter variiert der Tagessatz zwischen 900 Euro und 2.700 Euro. Für alle Kategorien gilt: In Ausnahmefällen kann der mit den Kunden vereinbarte Tagessatz außerhalb dieser Bandbreite liegen.

Großteil der Unternehmensberatungen hat auch 2022 die Tagessätze angehoben


Trotz der starken Beeinträchtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, beispielsweise durch Inflation und drastisch gestiegene Energiepreise, haben 2022 knapp 60 Prozent der Unternehmensberatungen eine höhere Projektvergütung vereinbart als im Jahr 2021. Bei 38 Prozent blieb der Honorarsatz unverändert.

 

Lediglich fünf Prozent der Marktteilnehmer haben ihre Honorare nach unten hin angepasst. Für 2023 plant ein Viertel der Consultingunternehmen den durchschnittlichen Tagessatz um mehr als fünf Prozent anzuheben. Knapp 40 Prozent streben eine Erhöhung des Honorars um fünf Prozent an.

Einen ähnlichen Trend prognostizieren die Consultants auch für das Jahr 2023. Lediglich 4 Prozent der Teilnehmenden glauben an einen Rückgang der Tagessätze und weitere 30 Prozent sehen eine Stagnation voraus. Die meisten Unternehmen rechnen mit einem noch stärkeren Wachstumskurs der Honorare als 2021 und 2022. Während 3 Prozent der Teilnehmenden eine Steigerung um 2,5 Prozent erwarten, glauben 39 Prozent der Unternehmen an ein Wachstum um 5 Prozent und ein Viertel vermutet sogar eine Erhöhung der Tagessätze von mehr als 5 Prozent.

 

Dies deckt sich im Allgemeinen auch mit den Marktprognosen des BDU für den Branchenumsatz. Im Durchschnitt zeigt sich, dass die Beratungsunternehmen im aktuellen Jahr eine Steigerung der Tagessätze um 2,7 Prozent erreichen konnten. Im nächsten Jahr erwarten sie eine Erhöhung um durchschnittlich 4,1 Prozent.

Knapp 12 Prozent der befragten Unternehmen geben an, einen dedizierten Remote-Tagessatz anzubieten. Dieser wird angewendet, falls Teile eines Beratungsprojekten remote ablaufen. Dabei wird dem Kunden ein Preisnachlass gewährt. Dies senkt damit die Honorarhöhe, spart jedoch zusätzliche Reisekosten und -Zeiten und stärkt die Verhandlungsposition dieser Beratungsunternehmen durch geringere kommunizierte Tagessätze an den Kunden.

Je nach Beratungsfeld und damit verbundenem Arbeitsinhalt bieten sich verschiedene Abrechnungseinheiten an. Vor dem Hintergrund von zunehmenden Remote-Projekttätigkeiten bewirkt durch die anhaltende Corona-Pandemie können Consultingunternehmen die Abrechnung ihrer Leistungen flexibler gestalten. Es lässt sich feststellen, dass fast die Hälfte aller Unternehmen stundenweise abrechnen. Ein Viertel der Unternehmen gibt zudem an, dass die kleinste Abrechnungseinheit weniger als eine Stunde beträgt.

Obwohl die Reisetätigkeiten in Zeiten der Corona-Pandemie abgenommen haben, ist die Arbeit vor Ort beim Klienten nach wie vor ein essenzieller Bestandteil der Consultingtätigkeit. Aufgrund der großen Bedeutung und hohen Frequenz der Reisetätigkeiten ist auch die Abrechnung von Reisekosten ein Faktor, welcher die Höhe der dem Klienten in Rechnung gestellten Leistungen beeinflusst. Eine Möglichkeit ist, dass Unternehmen ihre Reisekosten nicht gesondert abrechnen, sondern diese schon in den Tagessätzen enthalten sind.

Fast die Hälfte aller Unternehmen rechnet die anfallenden Reisezeiten ihrer Berater bereits mit den Tagessätzen ab. Knapp jedes dritte Unternehmen stellt nur einen Teil der anfallenden Reisezeiten in Rechnung. Dies bedeutet, dass ein Reduktionsfaktor gewisser Höhe auf den normalen Tagessatz angewendet wird. Jedes fünfte Unternehmen stellt die Reisezeit vollständig in Rechnung. Sonstige Abrechnungsformen, die meist Mischformen der beschriebenen Varianten darstellen, werden nur von 2 Prozent der Unternehmen angewendet.


 

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