Topmanager: Auch Vorständen fällt die Jobsuche schwer

15.07.2015 | verfasst von Claus Verfürth | Managing Director Senior Executive Solutions | v. Rundstedt & Partner GmbH

„Topmanager fallen nach dem Verlust ihrer Position weich.“ Diesen Satz haben Sie wahrscheinlich schon mal gehört, am Stammtisch, in der Straßenbahn oder Sie sind Medienberichten darauf gestoßen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Folge ist vielfach eine schwere persönliche Krise.  Das erlebe ich in der Beratung immer wieder. Wissenschaftlich belegt hat dies jetzt unsere Studie mit der Hochschule Fresenius.


Für Menschen, die noch nie eine solche Situation durchlebt haben, ist dies nicht leicht nachzuvollziehen. Von außen betrachtet haben erfolgreiche Manager oft alles, was es braucht, um nach einem unfreiwilligen Jobverlust schnell wieder durchzustarten: ein finanzielles Polster, weitreichende Kontakte zu anderen Wirtschaftslenkern, außergewöhnliche Fähigkeiten und eine ebensolche Persönlichkeit. Soweit die Fremdwahrnehmung von Unbeteiligten.


Auf der Überholspur ausgebremst


Aus der Perspektive der Manager dagegen stellt sich die Situation ganz anders dar: Am Anfang steht der Schock. Bis eben noch fand das Leben auf der Überholspur statt. Ein Alltag unter Hochspannung, mit Arbeitstagen, die selten weniger als 12 Stunden hatten und an denen ein wichtiger Termin den anderen jagte. Und nun? Vollbremsung. Stillstand. Plötzlich ist da diese unbegreifliche Leere. Und danach oft nur noch Verwirrung, Ratlosigkeit und Wut.
So oder ähnlich beschreiben viele Topmanager den Moment, in dem sie von der Trennung erfahren haben. Als High Performer waren sie es gewohnt, an den ganz großen Rädern zu drehen, Verhandlungen auf höchster Ebene zu führen und ständig um den Erdball zu jetten. Ihr Beruf war ihr Leben und diente als Jungbrunnen für Ego und Selbstwertgefühl. Sie genossen ein hohes Ansehen und bezogen ein weit über dem Durchschnitt liegendes Gehalt. Für jeden war klar zu erkennen, dass sie in der ersten Liga spielten.



Zum Blogbeitrag
facebook twitter linkedin xing
Die neuesten Artikel im BDU-Fachartikelbereich

Human Ressource Management und Personalberatung | Zwei verschiedene Welten oder Symbiose der Zukunft?

Die Definition einer Symbiose laut Wikipedia ist: „das Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Art zu gegenseitigem Nutzen“ Die Themen sind nicht neu. Fachkräftemangel, gerade auch in Vertrieb und Management – wenn man diese auch als Fachkraft bezeichnen darf – der fortschreitende demografische Wandel und viele wirtschaftliche Umwelteinflüsse beeinflussen den Arbeitsmarkt und zwingen Unternehmen in der Rekrutierung von geeigneten Mitarbeitern, ihre Organisation und Prozesse laufend anzupassen und nach Lösungen zu suchen.

[07.03.2019 | verfasst von Roland Netter | Vorstand | GKM-recruitment AG]

Unternehmensnachfolge im Jahr 2028 - ein Käufermarkt

Eine Unternehmensübergabe muss sehr sorgfältig vorbereitet werden. Der demografische Wandel wird die Lücke zwischen übertragungswilligen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie möglichen Interessentinnen und Interessenten an der Fortführung der, zum Teil seit Generationen bestehenden, Unternehmen größer werden lassen.

[07.02.2019 | verfasst von Johannes Wolters | Inhaber | K.E.R.N. - die Nachfolgespezialisten]

Der Umgang mit Widerständen im Zeitalter digitaler Transformation

Bei der Einführung von Neuerungen, in Veränderungsmaßnahmen und in Transformationsprojekten, z. B. im Rahmen der Digitalisierung, sind die verantwortlichen Entscheider und Change-Berater immer wieder mit Widerstandsreaktionen konfrontiert. Und das, obwohl die Top-Führungskräfte und andere Keyplayer viel Energie in eine transparente Kommunikation und das Aufsetzen von Maßnahmen zur Bewältigung der Veränderung investiert haben.  

[04.02.2019 | verfasst von Hans-Werner Bormann | Geschäftsführender Gesellschafter | WSFB Beratergruppe Wiesbaden]
Service
penzil
Sie sind Mitglied und möchten auch einen Artikel einstellen?
Ich möchte einen eingestellten Artikel löschen.
penzil
Top