Hat die Stellenanzeige ausgedient?

verfasst von Dr. Dagmar Schimansky-Geier | Geschäftsführerin | 1a Zukunft

Die gegenwärtige Situation bei der Gewinnung von Fachkräften ist durch eine ungebremst hohe Nachfrage von Seiten der Unternehmen gekennzeichnet. Zwar ist dies nur ein Problemkreis unter vielen und i. d. R. nicht die größte Sorge der Unternehmen. Es ist dennoch ein wichtiges, die Zukunft der Unternehmen betreffendes Thema. Im Fokus stehen dabei nach wie vor die sog. MINT-Experten, die bekanntermaßen nicht ausreichend am Markt vorhanden sind. Schon seit Ende 2009 erhalten wir als Personalberater kontinuierlich neue Anfragen und Suchaufträge in diese Richtung.


Gegenwärtige Situation


Die positive Nachricht: Laut MINT-Trendreport des BDI hat sich die Situation gegenüber den Vorjahren kontinuierlich verbessert – derzeit sind ca. 2,2 Millionen MINT-Akademiker am Markt aktiv, knapp ein Viertel davon in der Beratung. Seit 2000 nahm die Zahl dieser Akademiker jährlich im Schnitt um über 60.000 zu. Die Absolventenzahlen steigen. Trotzdem fehlten im Februar 2011 bundesweit noch fast 120.000 MINT-Fachkräfte. Soweit die gesamtgesellschaftliche Sicht, der durch eine ganze Palette von Maßnahmen begegnet wird. Dies betrifft sowohl die weitere Verstärkung der entsprechenden Ausbildungsgänge als auch ein Steigern der Absolventenzahlen. Bei der Erhöhung des Frauenanteils in den MINT-Studiengängen gibt es noch Potenzial, weiterhin in der Verbesserung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schüler als Voraussetzung zum Erwerb eines qualifizierten Fachabschlusses. Bildungsausländer sollen nach dem Studium für den deutschen Arbeitsmarkt und qualifizierte Fachkräfte aus den neuen EU-Ländern gewonnen werden. Nicht zuletzt wird auch die Erhöhung des Rentenalters als ein Faktor zur Verringerung des Fachkräftemangels gesehen (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, MINT-Trendreport 2011).
Das alles mag interessant und teilweise auch tröstlich sein, doch hilft es einem Unternehmen, das offene Stellen nicht besetzen kann, in der konkreten Lage nicht weiter. Hier sind eine differenzierte Betrachtung
sowie eine Analyse der jeweiligen Situation und darauf folgend kreative Lösungsansätze gefragt.

 

Zielgruppenspezifische Ansprache von Bewerbern

Ein gut organisierter und strukturierter Arbeitgeber sucht seine Mitarbeiter nicht aufgrund kurzfristiger Projektanfragen oder spontan entstehender Erfordernisse, sondern verfolgt im Einklang mit den Unternehmenszielen eine langfristige Strategie zur Personalgewinnung und -entwicklung. Auf dieser Grundlage wird er auch eine sorgfältige mittel- und kurzfristige Personalplanung durchführen. Sie liefert die Ausgangsdaten für ein gezieltes Personalmarketing.

 

Generation X

Ich möchte hier zunächst die seit einiger Zeit geläufige Aufteilung in verschiedene Generationen ins Spiel bringen, die ein erster Ansatzpunkt sein kann. So war für die Generation der „Veteranen“ und „Baby-Boomer“ (geboren bis ca. 1960) die Stellenanzeige in der Zeitung noch das Mittel der Wahl, Stellen auszuschreiben. Heute sind die ehemals dicken Beilagen der großen Tageszeitungen viel dünner geworden
und dienen eher als Marketinginstrument der annoncierenden Unternehmen und Personalberater denn als Suchinstrument. Kosten und Nutzen stehen meist nicht im richtigen Verhältnis und es ist eher Zufall,
dass man damit die Personen findet, die man erreichen möchte. Die „Generation X“ (geboren zwischen 1960 und ca. 1980) ist die Generation der Internetstellenmärkte. Die großen Plattformen sind uns allen
bekannt. Hier sind nicht nur die suchenden Unternehmen und die Personalberater aktiv, sondern auch die Bewerber selbst, indem sie ihre Profi le einstellen und sich damit aktiv am Markt anbieten. Die Chance, die
richtigen Personen zu erreichen, ist vermutlich größer als bei der Anzeige in der Zeitung, die Kosten sind geringer, die Laufzeit der Anzeige länger. Allerdings sind die elektronischen Stellenmärkte oft unübersichtlich, die elektronischen Matchings funktionieren mangelhaft und die Treffgenauigkeit der generierten Vorschläge ist oft niedrig. Immerhin hat letztere eine humoristische Komponente. Meine Selbstversuche brachten ganz unerwartete Jobvorschläge...



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