Social Media & Active Sourcing: Paradigmenwechsel für nachhaltiges Recruiting im Gesundheitswesen

verfasst von Christian Ellrich | Geschäftsführer | Ellrich+Kollegen Beratungs GmbH

 

Viele Kliniken nutzen die sozialen Medien, um Kandidaten zu suchen oder direkt anzusprechen. Schlagworte wie Social Media Recruiting und Active Sourcing erobern den Fachjargon. Wie kann die erfolgreiche Suche und Ansprache gelingen? Eigentlich ist es ganz einfach: Man erstelle ein aussagekräftiges Profil in sozialen Netzwerken wie Facebook, XING oder LinkedIn und spreche über Anzeigen in den genannten Netzwerken geeignete Bewerber an.


Insbesondere systemgesteuertes Active Sourcing ist ein erfolgversprechender Ansatz für Social Media Recruiting. Das zeigen die Erfahrungen beispielsweise mit den für eines der geburtenstärksten Krankenhäuser Deutschlands konzipierten Facebook Recruiting Kampagnen. Mit einem Budget von ca. 1.000 Euro konnten 35 Leads, ernsthaft interessierte Bewerber, angesprochen werden. Dabei erreichte die Kampagne über 63.000 Menschen und erzielte über 200 Beitragsreaktionen aus Likes und Kommentaren. Die Kosten pro Lead sprechen eine deutliche Sprache: ca. 29 Euro.

 

Active Sourcing reicht für erfolgreiches Recruiting nicht aus!

 

Was sich einfach und kostengünstig anhört, führt bei näherer Betrachtung zu einem echten Paradigmenwechsel im Recruiting. Erfolge feiert künftig, wer seine Hausaufgaben im Vorfeld gemacht hat, aktiv auf potenzielle Kandidaten zugeht und den Community-Gedanken der sozialen Netzwerke wirklich lebt.

 

Wer mit Social Media Recruiting bzw. Active Sourcing nachhaltig erfolgreich sein will, der kommt nicht umhin, grundlegende Veränderungen im Bewerbungsprozess herbeizuführen. Rekrutierung kann die Personalabteilung nicht mehr „nebenbei“ und „allein“. Um alle Maßnahmen zum Erfolg zu bringen, braucht es die nötigen Kapazitäten und Qualifikationen innerhalb der Personalabteilung sowie ein abteilungsübergreifendes Teamwork aller Fachabteilungen. Stolpersteine für den Erfolg sind aufwändige und langwierige Rekrutierungsprozesse sowie ungeklärte Zuständigkeiten zwischen Personalabteilung und Fachabteilungen.

 

Der Rekrutierungsprozess – Rückgrat für erfolgreiches Bewerbermanagement

 

Voraussetzung für den Erfolg jeglicher Recruiting-Maßnahmen inklusive Social Media Recruiting und Active Sourcing sind nicht nur grundlegende Veränderungen im Bewerbungsprozess, sondern auch eine konzertierte „Aufräumaktion“ im Innen und im Außen der Arbeitgebermarke. 

 

Wie führen nun ineinandergreifende Prozesse und Maßnahmen zum Erfolg von Social Media Recruiting und Active Sourcing? Unabdingbar ist es, sich die eigenen Prozesse genau anzuschauen und dazu alle Beteiligten einzubinden. Im Innen muss die Arbeitgeberattraktivität genauso stimmig sein. Es lohnt sich, einen Blick hinter die eigenen Kulissen zu werfen und zu überlegen: Was läuft heute gut? Was könnte man optimieren? Natürlich aus Sicht der Führungskräfte und der Mitarbeiter.

 

Der richtige Kanal oder: nicht wahllos Anzeigen schalten!

 

Das althergebrachte Prinzip, Anzeigen in Print- oder Online-Medien zu schalten und darauf zu hoffen, dass sich die richtigen Bewerber schon melden, hat ebenfalls ausgedient. Es gilt zu analysieren, über welche Kanäle die richtigen Bewerber zu ihrem potentiellen Arbeitgeber finden.

 

Aufbau einer Bewerbercommunity für nachhaltiges Recruiting

 

Über das Active Sourcing sollten auch diejenigen aktiv angesprochen werden, die aktuell (noch) nicht auf der Suche, aber innerlich auf dem Weg sind und erst später in die aktive Suche nach einer neuen Stelle einsteigen. Sie sind der erste Baustein für den Aufbau einer Bewerbercommunity. Mit Active Sourcing erreichen Kliniken nicht nur Bewerber, die bereits innerlich gekündigt haben, sondern schaffen es, über den Aufbau einer „Community“ deutlich früher mit potentiellen Bewerbern in Kontakt zu treten.

 

Wer hier glänzt, wird nachhaltig für seine Recruitingbemühungen belohnt und nutzt die Chance, die der Paradigmenwechsel bietet.

 



Für den Blick hinter die Kulissen: Prozessoptimierung für Recruiting
Die neuesten Artikel im BDU-Fachartikelbereich

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz - mehr Segen als Fluch, mehr Chance als Nachteil und gekommen, um zu bleiben!

War in der Vergangenheit eine möglichst effiziente Beschaffung die oberste Maxime, wird der Fokus jetzt auf Lieferantenmanagement und nachhaltigen Lieferketten liegen müssen. Das erfolgreiche Management und die strukturierte Entwicklung der Ethikstandards und Nachhaltigkeit sollen schließlich die Wertschöpfung steigern, das reine Monitoring wird das nicht leisten. Dem Einkauf fällt dabei wenig überraschend eine zentrale Rolle zu. Aber Vorsicht bitte, es betrifft das ganze Unternehmen.

[verfasst von Jost H. Buthmann Partner | ANXO Management Consulting GmbH]

Beiräte im Mittelstand – die Kompetenzen entscheiden

Der Erfolg eines Unternehmens wird erheblich durch die Zusammensetzung seines Beirats bestimmt. Wir geben Ihnen ein paar Hinweise, auf welche strategischen Überlegungen Sie achten sollten.

[verfasst von Dr. Dirk Wölwer Geschäftsführer | dr. gawlitta (BDU) GmbH]

Strategische Optionen zum Umbau der Energieversorgung

Die Chemieindustrie ist mit einem Bedarf von 135 TWh Gas im Jahr Deutschlands größter Gasverbraucher. Die Unternehmen stellen sowohl die physische Verfügbarkeit (Gasmangellage) von Erdgas als auch preisliche Verwerfungen vor große Herausforderungen. Es müssen Möglichkeiten zur Substitution und Reduktion von Erdgas gesucht werden.

[verfasst von Klaus Neuhäuser (Senior Expert), Carsten Suntrop (Senior Expert) und Thomas Wagner (Senior Consultant) | CMC² GmbH]
Service
penzil
Sie sind Mitglied und möchten auch einen Artikel einstellen?
Ich möchte einen eingestellten Artikel löschen.
penzil
Top