Video-Interview oder persönliches Vorstellungsgespräch? Wo liegen die Unterschiede – und was sind mögliche Fehlerquellen?

verfasst von Dr. Regina Ruppert, Linka Kukuk und Alexander Baxmann | Selaestus Personal Management

Zwar ist Corona über die Sommermonaten ein wenig in Vergessenheit geraten, doch einige Veränderungen, die sich seit dem ersten Aufruf zum Social Distancing ergeben haben, entwickelten sich in der Zwischenzeit zu einem neuen Standard. Denn nicht nur Meetings konnten sich im Arbeitsalltag bequem online abhalten lassen – sondern auch Vorstellungsgespräche finden in diesem Zusammenhang immer öfter via Zoom, Skype, Microsoft Teams oder WebEx statt. Dort, wo die Bewerbung via Mail und der CV als PDF-Datei schon seit zehn Jahren Standard sind, ist nun das Bewerbungsgespräch durch Videotelefonie auch nicht mehr ganz so unbeliebt, wie es einmal war.


Und das ergibt durchaus Sinn, nicht nur im Hinblick auf ein deutlich geringeres Infektionsrisiko – da man sich ja in den eigenen vier Wänden aufhält, anstatt mit Bus und Bahn durch die Stadt oder gar das ganze Land zu reisen, sondern auch in Sachen Effizienz: Man spart dadurch enorm viel Zeit. Zudem haben die Video-Calls für Bewerber den angenehmen Effekt, dass man sich in einer gewohnten Umgebung aufhält. Gerade Menschen, die bei Bewerbungsgesprächen zur Nervosität neigen, ziehen hieraus einen starken Mehrwert.

Dennoch gibt es einige Sache, auf die man auch hier achten muss, damit man als Bewerber*in entsprechend überzeugt. Denn so angenehm ein Gespräch in den eigenen vier Wänden auch ist: Professionalität über einen Bildschirm zu transportieren, ist ein wenig schwieriger und erfordert eine gute und präzise Vorbereitung. Die Wirtschaftswoche und auch einige Jobportale haben in diversen Artikeln wichtige Punkte und Vorkehrungen benannt, die man treffen sollte, wenn man sich auf ein Online-Bewerbungsgespräch vorbereitet.

 

Angemessen professionelle Kleidung

Auch, wenn man sich in der eigenen Wohnung befindet, sollte ein professionelles Erscheinungsbild gegeben sein. Es ist daher ratsam, sich genau wie bei einem persönlichen Gespräch vorher Gedanken über angemessene Kleidung zu machen. Was das für Kleidung ist, hängt natürlich auch stark von dem Unternehmen ab, bei dem man sich bewirbt. Ein Hemd oder eine Bluse sind für derartige Gelegenheiten mindestens angemessen.

 

Der Passende Hintergrund und richtige Beleuchtung

Wer sicherstellen will, dass der Inhalt des Gesprächs nicht von anderen Dingen gestört oder belastet wird, sollte auch an eine passende „Bühne“ denken. Der Hintergrund, vor dem man sich präsentiert, ist mindestens genau so wichtig wie die Kleidung. Es sollte sich um einen ruhigen Hintergrund handeln – ohne Ablenkung zum Beispiel durch Bilder oder eine offene Schranktür. Zudem sollte darauf geachtet werden, eine gute Beleuchtung zu schaffen, am besten von vorne, da Licht von hinten dazu führt, dass man auf dem Bildschirm für das Gegenüber nicht zu erkennen ist. Auch sollte direkte Beleuchtung von oben vermieden werden, da so unschöne Schlagschatten im Gesicht zu sehen sind. Wenn es die Zeit des Gesprächs zulässt, sollte ein Platz mit frontal einfallendem Tageslicht gesucht werden.

 

Endgegner Technik

Das wichtigste kommt wie immer zum Schluss: Die Technik. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich mit dem Programm, mit dem das Gespräch geführt werden soll – sei es nun Skype, Zoom, WebEx etc. – vorab vertraut macht. So kann sichergestellt werden, dass es nicht kurz vor dem Gespräch zu Komplikationen kommt. Idealerweise kann man vorher ein paar Probegespräche mit Freund*innen oder der Familie führen. Geprobt werden sollten Job-Interviews ohnehin mehrfach – auf diese Weise erlangt man eine gewisse Sicherheit. Darüber hinaus ist es essenziell, neben der Software auch dafür zu sorgen, dass die Hardware funktioniert. Eine gute Webcam (sofern nicht im Laptop, Computer oder Mac integriert), ist mindestens genauso wichtig wie ein funktionierendes Mikrophon. Und apropos Mikrophon: Kopfhörer sind dem normalen Lautsprecher vorzuziehen, da die Akustik eine bessere ist, weil es weniger hallt. Auch hierbei lohnt sich die Anschaffung guter Geräte, am besten mit Bluetooth-Verbindung. Das herkömmliche Handy-Headset tut es zwar im Notfall auch, wirkt tendenziell aber weniger seriös als ein gutes Bluetooth-Headset.

 

Wenn das alles vorhanden ist, sollte nun zu guter Letzt noch dafür gesorgt werden, dass die Internetverbindung auch hält. Nichts ist ungünstiger, als wenn das Gespräch durch eine schwindende, schwache oder holprige Internetverbindung unterbrochen wird. Wer sicher sein will, gibt dem W-LAN daheim den Vorzug vor der mobilen Verbindung und wer ganz sicher sein will, wählt vielleicht sogar das LAN-Kabel.

 

Alles in allem ist vielleicht beim Online-Gespräch die Atmosphäre grundsätzlich eine Entspanntere, allerdings birgt es im Vergleich zum persönlichen Job-Interview so einige Tücken. Bewerber*innen müssen mehr in Eigenregie auf die Details achten und potenzielle Fehlerquellen ausloten, als wenn sie zu einem Gespräch vor Ort eingeladen werden. Wenn allerdings eine gewisse Sorgfalt in der Planung an den Tag gelegt wird und mögliche Stolpersteine im Rahmen des Möglichen von vorneherein umgangen werden, sollte dem erfolgreichen digitalen Job-Interview nichts mehr im Wege stehen.

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