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KPI-Studie: Aktuelle Kennzahlen für das Benchmarking in der Branche nutzen

Der BDU hat in seiner knapp 70-seitigen Benchmarkstudie „KPIs in der Unternehmensberatung 2020“ die zentralen und erfolgsentscheidenden Key Performance Indicators (KPIs) untersucht. Damit liegen nach 2017 jetzt neue Vergleichszahlen zu den Kennzahlenbereichen Umsatzrendite/Gewinn, Human Resources, Projektgeschäft, Vertrieb und Kennzahlenmonotoring vor. Mit diesen können Sie ihre eigene Unternehmensperformance im Wettbewerbsvergleich besser einordnen und steuern. Worauf dabei unter anderem zu achten ist, zeigt die folgende, kleine Auswahl von Studienergebnissen. 

Die Auslastung der Mitarbeiter/-innen ist die wichtigste Kennzahl der Consultingbranche

Bei der am häufigsten genutzten Kennzahl variieren die Ergebnisse stark zwischen den sechs betrachteten Hierarchieebenen. Liegt die Anzahl der fakturierten Tage pro Woche über alle befragten Beratungen auf Seiten der Unternehmensleitung bei durchschnittlich 1,7, steigt der Wert mit abnehmender Hierarchieebene auf einen Wert von 3,8 Tagen bei angestellten (Junior-) Consultants.

Die durchschnittliche Fluktuationsrate liegt bei 12,8 %, aber nur jedes zweite Consultingunternehmen hat hier Zielwerte definiert

Die Fluktuationsrate hat für Unternehmensberatungen ebenfalls einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund hat fast jedes zweite Beratungsunternehmen Zielwerte für diese Kennziffer definiert. Mit zunehmender Größe greifen Unternehmensberatungen vermehrt auf eine kennzahlgestützte Steuerung der Fluktuation zurück. Während zwei von fünf Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als einer Million Euro hier Zielwerte definieren, sind es in der Gruppe der Unternehmensberatungen mit einem Umsatz von mehr als zehn Millionen Euro bereits schon drei von fünf Unternehmen.


Durchschnittlich verzeichnen die befragten Beratungsunternehmen eine Fluktuationsrate von knapp 13 Prozent. Damit wechseln die Angestellten eines Unternehmens statistisch gesehen einmal vollständig in acht Jahren. Eine klare Abhängigkeit ist zwischen Umsatzklasse und Fluktuationsrate zu erkennen. So haben Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2019 mit 13,5 Prozent eine fast doppelt so hohe Fluktuation wie Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen einer und zehn Millionen Euro in der gleichen Periode. Bemerkenswert ist zudem, dass die Fluktuationsrate der Top-Performer, d.h. den Unternehmen mit der höchsten Umsatzrendite in der jeweiligen Betrachtungsklasse, um durchschnittlich 4 Prozentpunkte niedriger ausfällt als bei den übrigen Befragten.

 

 

In kleineren Beratungsunternehmen sind überdurchschnittlich viele Inhaber- bzw. Partnerpositionen weiblich besetzt

Bei der Befragungszielgruppe lag der Anteil der Mitarbeiterinnen an der Gesamtzahl bei durchschnittlich 28 Prozent. Auffallend ist, dass der Anteil über alle Befragungsteilnehmer gesehen mit steigendem Hierarchielevel sukzessive abnimmt. Liegt der Anteil weiblicher Consultants in den typischen Einstiegspositionen für Hochschulabsolventen bei rund 32 Prozent, so ist auf der Managementebene lediglich noch jeder vierzehnte Consultant eine Frau.

 

 

Bei Betrachtung des Anteils der Mitarbeiterinnen in Relation zur Umsatzklasse fällt die Korrelation zwischen Frauen in leitenden Funktionen und dem Jahresumsatz des betreffenden Consultingunternehmens ins Auge. Je kleiner das Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, auf eine Frau in einer leitenden Position zu stoßen. Eine große Hürde scheint der Aufstieg von der Management- auf die Partnerpositionen in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro darzustellen. Während jede fünfte Senior Managerposition von einer Frau besetzt ist, ist es innerhalb der Unternehmensleitung wie bereits erwähnt nur noch jede 14. Stelle.

 

Bei den Top-Performern der Befragungszielgruppe liegt der Anteil direkter Vertriebskosten deutlich über dem Wert der übrigen Vergleichszielgruppe

Um den Geschäftsbetrieb in der Unternehmensberatung aufrecht zu erhalten, investieren Beratungsunternehmen zeitliche und monetäre Ressourcen in die Projektakquise. Auffällig bei dieser KPI ist der hohe Anteil der direkten Vertriebsausgaben bei den Unternehmensberatungen, die zu den Top-Performern gehören. Direkte Vertriebsaufwendungen machen hier fast zwei Drittel der gesamten Vertriebsaufwendungen aus.

 


Auch die Effizienz des Vertriebs variiert stark zwischen den Studienteilnehmern. Um 1.000 Euro Umsatz zu generieren, müssen Consultingunternehmen im Durchschnitt 44 Euro, Top-Performer hingegen nur rund 30 Euro in den Vertrieb investieren. Die großen Unterschiede bei dieser Leistungskennzahl werden auch bei der Betrachtung der sechs Größenklassen deutlich. Um 1.000 Euro erwirtschaften, müssen Beratungsunternehmen über 50 Mio. Jahresumsatz lediglich 30 Euro in Vertriebsaktivitäten, kleinere Beratungsboutiquen unter 500.000 Euro Jahresumsatz hingegen knapp 50 Euro investieren.

 

Die Befragung für die BDU-Benchmarkstudie „KPIs in der Unternehmensberatung 2020“ wurde im Zeitraum Juni bis August 2020 durchgeführt. Die Daten beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2019. Die Studie kann beim BDU kostenpflichtig per Mail (info@bdu.de) bestellt werden. Verbandsmitglieder zahlen hierfür € 245 plus MwSt., Nichtmitglieder € 745 plus MwSt. Hier können sich Interessenten Informationen über die abgebildeten KPIs sowie einige Musterseiten downloaden.

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