Management-Buy-Out: Erfolgreiches Nachfolgekonzept für mittelständische Unternehmen

10.01.2019 | verfasst von Karl Rehfuß | Partner | K.E.R.N. - Die Nachfolgespezialisten

Unter dem Begriff Management Buy-out (MBO) versteht man die Übertragung eines Unternehmens an Mitarbeiter desselben. Dies bedeutet erfahrungsgemäß die Veräußerung an das bestehende Management. Im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), spielt das MBO, im Zusammenhang mit Nachfolgeregelungen, eine nicht unbeachtliche Rolle. Gerade in „gewachsenen“ Strukturen innerhalb dieser Familienunternehmen werden häufig, in Ermangelung geeigneter oder williger Nachfolger/-innen aus der eigenen Familie, die Unternehmen an das bereits vorhandene Management verkauft. Dadurch ist es möglich, den Fortbestand des Unternehmens sowie die Kontinuität in der Unternehmensführung sicher zu stellen. 


Der Vorteil liegt darin, dass das Management des Unternehmens mit den Strukturen des Betriebes vertraut ist, welches die Verkaufsverhandlungen zumeist aufgrund der bereits vorhandenen Bindung der handelnden Personen erleichtert. Mögliche Probleme dagegen treten häufig im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung auf, da zumeist seitens der potenziellen Erwerber ein sehr hoher Fremdfinanzierungsbedarf besteht.


Strategie und Persönlichkeit der Manager müssen überzeugen

 

Unserer Erfahrung nach entscheidet, Engagement, Authentizität, Leidenschaft und eine gesunde Risikobereitschaft des bisherigen Managements, inwiefern solch ein MBO erfolgreich umgesetzt werden kann. Von der erarbeiteten Strategie und der Überzeugungskraft der Beteiligten hängt es ab, ob einer der größten Herausforderungen, nämlich die Finanzierung des Kaufpreises bzw. die Suche nach Geldgebern, erfolgreich umgesetzt werden kann. Eine stabile Unternehmensentwicklung und eine ausreichende finanzielle Ausstattung des Unternehmens, sind die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches MBO.

 

Arten der Finanzierungsmöglichkeiten für das zukünftige Management


Die Geschäftsanteile werden beim MBO im Gegensatz zum klassischen Unternehmensverkauf, bei dem Dritte als Käufer auftreten, vom bisherigen Management erworben. Um eine tragfähige Finanzierung auf die Beine zu stellen, ist deshalb guter Rat gefragt. Die Notwendigkeit zur Beschaffung zusätzlichen Eigenkapitals ergibt sich dabei aus der Tatsache, dass das übernehmende Management in der Regel nicht über die erforderlichen Eigenmittel verfügt, um den Kaufpreis in vollem Umfang zu finanzieren. Um eine Finanzierungslücke professionell schließen zu können, empfehlen wir als Nachfolgespezialisten folgende Akteure mit ins Boot zu nehmen: die bisherigen Gesellschafter des Unternehmens, Banken, Family Offices bzw. Venture Capitals.

 

Die soliden Säulen einer erfolgreichen Finanzierung


Das Unternehmerdarlehen der Altgesellschafter stellt die einfachste Art einer möglichen Finanzierung dar. Voraussetzung dafür ist jedoch eine hohe Risikobereitschaft der Altgesellschafter. Die Darlehensraten dafür fließen in der Regel aus den Unternehmenserträgen. Aber Vorsicht! – sehr oft lassen sich die Altgesellschafter dabei ein gewichtiges Mitspracherecht einräumen, welches durchaus zu Konflikten in der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens kommen kann.


Eine Bankfinanzierung der Differenz zwischen Kaufpreis, Eigenkapital der Manager und Unternehmerdarlehen, führt in der Praxis zu deutlich weniger Reibungsverlusten. In dieser Konstellation wird jedoch in der Regel durch die finanzierenden Banken ein Rangrücktritt des Unternehmerdarlehens vorausgesetzt.


Eine weitere praktikable Finanzierungsquelle ist die Beschaffung von Private Equity. Dadurch lässt sich die Eigenkapitalausstattung eines Unternehmens – vor allem auch im Interesse der Kreditwürdigkeit – nachhaltig verbessern. Private Equity Gesellschaften investieren fast ausschließlich in nicht börsennotierte Unternehmen und stellen somit eine wichtige potenzielle Finanzierungsquelle des MBO dar. Im Gegensatz zu den Banken ist das Ziel solcher Beteiligungen, neben der Verzinsung des Kapitals, ein aktives Mitspracherecht zu erreichen, um einen lukrativen Exit vorzubereiten.


Dennoch kann sich solch eine Finanzierung aufgrund des umfangreichen Netzwerks und der damit verbundenen Branchenkenntnisse sehr positiv auswirken. Nicht selten ergibt sich daraus ein zusätzlicher Wachstumsimpuls.
Im Hinblick auf ein erfolgreiches MBO ist resümierend festzustellen, dass die Finanzierungskonstellationen individuell im Hinblick auf Mitspracherechte und Finanzierungsanteile ausgearbeitet werden sollte.

 

Über den Autor: Karl Rehfuß - ist Partner von K.E.R.N – Die Nachfolgespezialisten in Stuttgart und Spezialist für Unternehmensverkauf/Unternehmenskauf bzw. Generationswechsel im Mittelstand.

 

Kontakt: Karl Rehfuß, Heilbronner Str. 150, 70191 Stuttgart, Telefon +49 711 - 49 004 147, rehfuss@die-nachfolgespezialisten.eu, www.die-nachfolgespezialisten.eu/standort/stuttgart-rehfuss

 

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