Was tun bei Angst vor Jobverlust in der Krise?

verfasst von Claudia Michalski Geschäftsführerin | OMC OpenMind Management Consulting GmbH

Die Medien sind voll von Vorausschauen und 10-Punkte-Plänen, wie sich die Arbeitswelt nach Corona gerändert haben wird. Aus Sicht einer Beratungsgesellschaft zur beruflichen Neuorientierung kommt die Corona-Krise zu einem Veränderungs-Turbo gleich, denn die Erfahrungen und das Bewusstsein vieler Arbeitnehmer werden derzeit im Rekordtempo verändert.


Konkret sind es folgende Themen, die durch die Corona-Krise deutlich werden:

 

  1. Auch große Konzerne sind nicht unverwüstlich

Wie noch nie zuvor wird in der Corona-Krise die Anfälligkeit des bisherigen Systems deutlich. Viele Geschäftsmodelle und ganze Branchen werden in Frage gestellt, Festanstellungen sind längst nicht mehr sicher – auch in Führungspositionen trifft einen in der Krise die Kurzarbeit, die lange avisierte Aufstiegsperspektive wird zunichte gemacht. Im schlimmsten Fall geht die ganze Firma in die Insolvenz. Wer früher dachte, mit der Festanstellung in einem Großunternehmen einen Job für die Ewigkeit ergattert zu haben, wird eines Besseren belehrt. Das beste Beispiel ist in dieser Krise Daimler – als einer der ersten Konzerne meldete Daimler Kurzarbeit für einen Großteil der Mitarbeiter an. Vor wenigen Monaten wäre das noch undenkbar gewesen.

 

Ganz offensichtlich sind also auch DAX-Konzerne verwundbar – und die Jobs dort keinesfalls sicher.

 

  1. Die Startup-Szene wird entzaubert

Gleiches gilt für die hoch gepriesene und dynamische Startup-Welt: Nach der Euphorie kommt für viele junge Unternehmen in der Corona-Krise das böse Erwachen. Je nach Geschäftsmodell geht den jungen Unternehmen das Geld aus, Investoren sind nicht mehr willens oder in der Lage, weitere Investments nachzuschießen – was Kündigungswellen und Insolvenzen zur Folge hat. Schlagzeilen machten hier unter anderem die per Videokonferenz mitgeteilten Kündigungen für über 400 Mitarbeiter beim E-Roller-Anbieter Bird. Hier gesellte sich zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch noch kommunikatives Unvermögen, was dem Employer Branding zumindest für dieses Unternehmen definitiv geschadet hat. Krisenmanagement ist für erfolgsgewöhnte Startup-Manager offensichtlich eher ungewohnt.  

 

Insgesamt wird deutlich, dass auch vermeintlich dynamische Branchen und Unternehmen nicht vor der Krise gefeit sind.

 

  1. Die Unsicherheit in Bezug auf die berufliche Zukunft nach der Krise wächst

Wie wird es nach überstandener Krise weitergehen? Bleiben die Arbeitsverhältnisse bestehen, können wir uns darauf verlassen, dass alles wieder so wird wie es einmal war? Wohl kaum. Ein Teil der Errungenschaften wie die häufigere Nutzung von Videokonferenztools, das vermehrte Arbeiten im Homeoffice, die stärkere Flexibilisierung von Arbeitszeiten, wird sich auch nach der Krise nicht vollständig zurückbilden. Viele Dienstreisen werden durch Videokonferenzen ersetzt werden, manche persönliche Beratung wird per Kollaborationstool durchgeführt, Homeoffice wird verstärkt genutzt. Das ist die positive Seite.

 

Gleichzeitig werden durch die Krise ganze Branchen in Frage gestellt. Wer zum Beispiel jetzt Event-Manager ist, wird sich fragen: Geht es jemals wieder los mit den Live-Veranstaltungen oder werden Konferenzen, Tagungen und Messen auf Dauer nur noch virtuell angeboten werden? In jedem Fall werden sich viele Berufsfelder deutlich verändern. Das führt zu großer Verunsicherung, die nicht nur die derzeit viel zitierten Selbstständigen betrifft, sondern auch Festangestellte, die Angst vor Arbeitslosigkeit haben: Nach jüngsten Umfragen der R+V-Versicherung macht sich immerhin ein Viertel der Arbeitnehmer Sorgen um den eigenen Job.

 

Wie begegnet man diesen Ängsten in der Krise am besten?

Wie aber reagiert man nun am besten auf diese Verunsicherung? Abwarten wie das Kaninchen vor der Schlange? In blinden Aktionismus verfallen? Nein – es gibt eine ganz klare Empfehlung für die Vorbereitung von Plan B, mit der man auch schon in der Krise beginnen kann. Aktiv eine eigene berufliche Perspektive zu erarbeiten, falls der Job im Kontext der Krise verloren geht, kann das eigene Wohlbefinden ungemein stärken. Tatkräftig loszulegen und sich neu zu positionieren, kann etwas sehr Befreiendes haben. 

Der Arbeitsmarkt ist derzeit sehr volatil. Es werden nicht allzu viele neue Positionen neu ausgeschrieben, da die Unternehmen in der gegenwärtigen Situation vorsichtig agieren. Unabhängig davon kann man sich auch während der Corona-Krise schon auf einen beruflichen Wechsel vorbereiten, und zwar mit der Bearbeitung drei konkreter Fragestellungen:

 

  • Was will ich? Welche Aufgaben will ich zukünftig ausführen? Habe ich eine heimliche Berufung? Was begeistert mich?
  • Was kann ich? Wo liegen meine stärksten Fähigkeiten? Habe ich alle Skills, um meine Wunsch-Aufgabe ausführen zu können? Was kann ich besonders gut?
  • Wie vermarkte ich mich selbst? Welche Bewerbungsstrategie wähle ich? Wie erarbeite ich mir insbesondere den verdeckten Stellenmarkt? Wie komme ich an Positionen heran, die gar nicht offiziell ausgeschrieben sind?

 

Wichtig ist es, sich selbstreflektiert auf die Neuorientierung vorzubereiten. Dazu gehört es, sich zunächst einmal Gedanken darüber zu machen, was einem eigentlich wichtig ist, wann man beruflich zu großer Form aufläuft und sich auch ganz sachlich zu fragen, was man besonders gut kann. Auf dieser Basis lässt sich dann eine individuelle Vermarktungsstrategie erarbeiten.

Diese sehr grundsätzliche Reflexion ist für viele (auch hochrangige) Manager neu, manch eine/r macht sich zum ersten Mal solche elementaren Gedanken um die eigene berufliche Zukunft. Da kann es sehr hilfreich sein, sich mit einem erfahrenen Karriereberater auszutauschen, einen Sparringspartner zu haben, der sich gut auskennt auf dem aktuellen Arbeitsmarkt, der die richtigen Fragen stellt und einen damit weiterbringt. Eine Beratung zur beruflichen Neuorientierung kann in dieser Lebensphase sehr lohnend sein, um sich professionell aufzustellen und dann wieder eine neue Arbeitsumgebung zu finden, die zu einem passt. Das muss nicht immer die Festanstellung sein, auch der wohl überlegte Schritt in die Selbstständigkeit ist eine Option. Die Investition in eine solche, individuell und persönlich gestaltete Beratung ist eine Investition in die eigene berufliche Perspektive.

 

Und was gibt es Wichtigeres als die eigene Zukunft?

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