Marktstudie: Unternehmensberater treiben den digitalen Wandel voran


Die Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen in Deutschland sind dabei, ihre Geschäftsmodelle, Prozesse, Organisationsstrukturen und Kommunikation an die digitalen Anforderungen anzupassen. Bei den damit verbundenen Herausforderungen suchen sie vermehrt die Unterstützung durch Unternehmensberater. Diesem Trend folgend legte die Branche der Strategie-, Organisations-, IT- sowie Human Resources-Berater beim Gesamtumsatz bis Ende 2016 auf 29,0 Milliarden Euro (2015: 27,0 Mrd. Euro) zu. Dies entspricht einem Umsatzplus von 7,4 Prozent. Das sind zentrale Ergebnisse der Marktstudie "Facts and Figures zum Beratermarkt 2016/17".

Den Teilnehmern der Befragung wurden 18 Trendthesen – unter anderem zur Entwicklung beim Marktgeschehen, bei den Beratungsinhalten oder in der Kundenbeziehung – zur Bewertung vorgelegt.


Die Gesamtschau aller Trendaussagen in der Studie lässt erkennen, dass die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Berufspraxis in der Unternehmensberatungsbranche deutlich spürbar sind und dass sie von den Marktteilnehmern Anpassungen beim Beratungs-Portfolio sowie bei den eigenen Geschäftsmodellen und -prozessen verlangen.

 

 

Bessere Performance durch strategische Kooperationen und Übernahmen


Die Digitalisierung führt zu einem engen Zusammenspiel von klassischen Consulting- und IT-Themen sowie kommunikativen Aufgabenstellungen, die den veränderten Kauf- und Nutzungsentscheidungen der Verbraucher/Kunden im Sekundärmarkt Rechnung tragen. Während ein Teil der Consultingfirmen dafür eher eine strategische Kooperation mit passenden Dienstleistern eingeht, setzt der andere Teil für die fehlenden Kompetenzen lieber auf die Übernahme ganzer Unternehmen. Besonders die großen Consultingfirmen sorgten in den letzten beiden Jahren mit gezielten Zukäufen von Digitalagenturen und Software-Anbietern für viel Bewegung im Marktgeschehen.

Die Nachfrage in den Klientenbranchen

 

Die deutsche Wirtschaft und Industrie profitiert von der Euroschwäche sowie den historischen Niedrigzinsen und blickt insgesamt entspannt ins Jahr 2017. Wichtige Konjunkurindikatoren wie z. B. der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigten sich im Februar erfreulich aufgehellt. 

Die größten Nachfragepotenziale für Beratung in diesem Jahr werden mit einer Wachstumsprognose von 10,3 Prozent bei der Konsumgüterindustrie und mit 10,0 Prozent beim Handel gesehen. Auch die Branchen Chemie/Pharma (+9,6%), sonstiges verarbeitendes Gewerbe (+9,1%) Maschinenbau (+8,7%) sowie Professional Services (+8,5%) liegen oberhalb des prognostizierten Branchenwachstums. Traditionell starke Nachfragebranchen wie die Finanzdienstleister (+8,0%) und der Fahrzeugbau (+8,4%) wollen ebenfalls weiter in hohem Maße auf die Unterstützung durch Consultingfirmen setzen.


In vielen Projekten auf der Klientenseite stehen digitale Aufgabenstellungen im Vordergrund. Demzufolge erwarten Unternehmensberater ein besonders hohes Wachstum in den Beratungsfeldern Changemanagement (+9,9%), Business Development & Innovation (+9,8%) und Customer Relationship Management / Vertrieb (+9,7%), Das Beratungsfeld HR-Strategie (+9,3%) profitiert ebenfalls von den Veränderungen durch die digitale Transformation, denn die Unternehmen müssen für die digitale Fitness ihrer Mitarbeiter und für den optimalen Mix in ihrer Belegschaft sorgen.


Consultants blicken optimistisch in ihre unternehmerische Zukunft


Die Stimmung unter den deutschen Unternehmensberatern über alle Größensegmente hinweg bleibt daher auch im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2017 gut. Besonders optimistisch zeigen sich dabei die Big Player mit mehr als 45 Mio. Euro Umsatz und Consultingfirmen mit einem Umsatz zwischen 15 und 45 Mio. Euro. Rechnet man die Einschätzungen aus allen Größensegmenten zusammen, ergibt sich für 2017 ein prognostizierter Gesamtumsatz in der Unternehmensberatungsbranche von 31,4 Milliarden Euro (2016: 29,0 Mrd. Euro) Dies würde einem Plus von 8,3 Prozent entsprechen.

 

Angesichts des Branchenoptimismus überrascht es nicht, dass die Consultingbranche weiterhin ein Jobmotor in Deutschland bleibt. Drei von vier der großen Consultingfirmen wollen 2017 zusätzliches Personal einstellen. Bemerkenswert: Noch nie haben so viele mittelgroße Unternehmensberatungen angegeben, dass sie ihren Personalstamm aufstocken möchten, wie in der diesjährigen Marktbefragung.

 

An der BDU-Marktstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2016/17“ haben sich knapp 500 Beratungsgesellschaften aller Größenordnungen aus der gesamten Consultingbranche beteiligt.

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