Der Trend geht zu Share Economy bei den Talenten

27.09.2017 | verfasst von Sven Semet (IBM) | Marc Wagner (Detecon) | Yvonne Balzer (Kienbaum) | Gunnar Sohn|

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in HR war eines der Trendthemen auf der Zukunft Personal in Köln und Anlass einer Gesprächsrunde mit IBM Thought Leader HR Sven Semet, Yvonne Balzer (Direktorin und Mitglied der Geschäftsleitung Kienbaum) und Marc Wagner (Managing Partner Detecon). Die Runde wurde moderiert von Gunnar Sohn (Wirtschaftspublizist und Blogger) und als Livestream direkt von der Messe übertragen.

 


Neue strategische Rolle der HR und mehr


„Personalmanager stehen mit dem Rücken zum Internet“. Dieses Bonmot von Trendforscher Prof. Peter Wippermann, mit dem Gunnar Sohn die Talkrunde eröffnete, ist aus Sicht der Experten überholt. Die Messe zeigte, dass Digitalisierung
und Technologie in den HR-Bereich Einzug gehalten haben. Das biete der HR-Funktion in den Unternehmen Chancen, sich höherwertiger und auf Augenhöhe mit den anderen Board-Mitgliedern zu positionieren, so Marc Wagner. Denn gerade in der digitalen Transformation drehe sich alles um Menschen und Talente. „Die HR-Funktion wandelt sich zum Enabler für die digitale Transformation“, ergänzte Yvonne Balzer. Digital affine Menschen im Unternehmen zu halten, erfordere eine ganz andere Sprachfähigkeit. Zu den Kernkompetenzen eines guten HRlers gehöre in Zukunft aber auch, das Zusammenspiel von Daten zu verstehen und was man mit ihnen machen kann, betonte Sven Semet.


Muss man nun alle HRler auswechseln? Auf diese Frage des Moderators gab es ein klares „Nein!“ von den Diskutanten. Man brauche beides: Menschen, die Prozesse abwickeln und Menschen mit neuem Mindset. Es gehe darum herauszufinden,
welche Skills benötigt werden und bei wem sie angesiedelt werden. Balzer betonte darüber hinaus die wichtige Aufgabe von HR, den Kulturwandel in den Unternehmen zu begleiten. Im Übrigen werden auch Chefs oder Berufe wie der LKW-Fahrer nach Meinung der Runde nicht von Maschinen abgelöst werden.


Spürbarer Fachkräftemangel bei bestimmten Jobrollen


Für alle, die ihr digitales Rüstzeug up-to-date halten wollen, sei Offenheit, mit neuen Technologien umzugehen und lebenslanges Lernen Pflicht. Im internationalen Vergleich, vor allem mit Asien, hat die Schul- und Berufsausbildung in
Deutschland nach Aussage der Experten deutlichen Aufholbedarf. Detecon sucht das Gespräch mit Bildungsinstitutionen. Data Scientists oder Security Consultants – am Ende sucht die Wirtschaft funktionsübergreifend die gleichen
Profile und Skills und „in der digitalen Transformation laufen die Entwicklungen zu schnell, um sie selbst auszubilden“, sagt Balzer. Teilen lautet die Devise.


Verbände sind Brückenbauer bei der Bildung von Business Ecosystemen


Alle bestätigen: Die Zusammenarbeit in Netzwerken und die Organisation in Business Ecosystemen spielt bei Unternehmen und Beratungen eine immer größere Rolle. Ego- und Wettbewerbsdenken sind out. „Wo sind die anderen
Partner?“, lautet die aktuelle Frage. Die Ecosysteme werden unternehmensübergreifende Themen noch mehr zusammenbringen und die Funktionsgrenzen in den Unternehmen gnadenlos aufweichen, so die Prognose der Talkrunde.
IBM sehe sich als Vorreiter der Zusammenarbeit in offenen Communities und stelle seine Experten dafür zur Verfügung, betonte Semet. Unentbehrlich seien Standards und ein Code of Conduct. Sein Appell an Verbände wie den BDU:
Brücken schlagen, Experten zusammenbringen und Projekte anstoßen.


Balzer gab Entwarnung, was die verbreitete Angst vor Künstlicher Intelligenz angeht. „Die Stärke, die Menschen mit ihrer sozialen und emotionalen Intelligenz haben, kann uns Künstliche Intelligenz nicht abnehmen“. In der Öffentlichkeit
weniger stark diskutierte Aspekte, kamen im Schlusswort der Runde zur Sprache. So können kognitive Technologien Chancen für sozial benachteiligte Menschen eröffnen. Darüber hinaus entstehen Lösungen für das Gesundheitswesen
oder neue Möglichkeiten zum Schutz vor Unwettern und Erdbeben.



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